Schlaganfälle entstehen meist durch die Verstopfung von Blutgefäßen im Gehirn. In 20 Prozent der Fälle kommt es dagegen zu Blutungen in das Hirngewebe durch ein geplatztes Blutgefäß. In beiden Fällen werden Bereiche im Gehirn nicht mehr oder nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Typische Auswirkungen eines Schlaganfalls können Lähmungserscheinungen einer Körperhälfte sein. Auch das Seh- und Sprachvermögen können beeinträchtigt sein. Es kommt zu entsprechenden Ausfällen. „Entscheidend für eine erfolgreiche Therapie der genannten Ausfälle ist eine schnelle und präzise Diagnose, gefolgt von einer raschen Behandlung, denn statistisch betrachtet, werden durch einen Schlaganfall pro Minute 1,9 Millionen Nervenzellen zerstört“, erläutert Dr. Kolfenbach.
Zu den typischen Symptomen eines Schlaganfalls zählen die einseitige Lähmung einer gesamten Körperhälfte, ebenso wie die plötzliche Lähmung eines Arms, eines Beins oder einer Hand. Aber auch ein einseitiges Taubheitsgefühl in Arm, Bein oder dem Gesicht, ein einseitig herabhängender Mundwinkel oder eine gelähmte Gesichtshälfte deuten auf einen Schlaganfall hin. Weitere Warnzeichen sind Seh-, Sprech- und Schluckstörungen, doppeltes oder nur eingeschränktes Sehen, ein unsicherer Gang und Schwindelgefühl sowie plötzliche, starke Kopfschmerzen, die mit Übelkeit einhergehen. Sobald eines dieser Symptome auftritt, sollten Betroffene oder deren Angehörige nicht lange zögern, sondern schnellstmöglich die Nummer des Notrufs 112 wählen.
Schlaganfall-Risikofaktoren minimieren
Ein wesentlicher Risikofaktor für einen Schlaganfall und damit auch für eine Demenz ist der Bluthochdruck. Nur die Hälfte aller Menschen, die einen zu hohen Blutdruck haben, wissen überhaupt davon. Von diesen sind wiederum nur die Hälfte in Behandlung und wiederum nur die Hälfte erhalten eine passende Therapie. Das gilt sowohl für die Zahl der Schlaganfälle als auch für die Folgeerkrankung Demenz. Dabei kann jeder etwas gegen zu hohen Blutdruck tun: täglich mindestens 30 Minuten Bewegung, Gewicht reduzieren, eine ausgewogene Ernährung und nicht rauchen.
Dazu Dr. Kolfenbach: „Im Hinblick auf unsere immer älter werdende Bevölkerung werden wir in Deutschland zukünftig häufiger Schlaganfall und Demenzerkrankungen sehen, mit allen Konsequenzen für die Betroffenen und Angehörigen. Ein gesunder Lebensstil mit Beachtung der vaskulären Risikofaktoren ist daher doppelt wichtig und eigentlich auch ganz einfach.“
Fachlich bestens versorgt
„Wir sind hier in der Helios Klinik Jerichower Land bestens dafür ausgestattet schnellstmöglich eine bestmögliche medizinische Versorgung von Schlaganfällen zu gewährleisten“, berichtet Chefarzt Dr. Kolfenbach. Wird ein Schlaganfallpatient durch den Rettungsdienst oder durch Angehörige in unsere Klinik gebracht, können wir die Patienten wohnortnah versorgen. Wir klären rund um die Uhr ob es sich um einen Schlaganfall handelt. Ist die Diagnose rechtzeitig gesichert, wird bei entsprechender Indikation in unserer Klinik die sogenannte Lysetherapie durchgeführt. Dabei wird ein Medikament verabreicht, welches das Blutgerinnsel auflöst und die Durchblutung des Gehirns wiederherstellt. Bei entsprechender Notwendigkeit erfolgt eine Verlegung auf eine Stroke–Unit. Je früher die Therapie eingeleitet werden kann, umso größer sind die Chancen, dass keine bleibenden Schäden zurückbleiben.