Menschen mit einer tiefgreifenden emotionalen Instabilität haben in vielen Bereichen ihres Lebens Probleme. Besonders in Beziehungen zu anderen Menschen kämpfen sie mit rasch wechselnden Stimmungen und zeigen extreme Verhaltensweisen, sie neigen zu impulsiven Verhaltensweisen oder Substanzmissbrauch, werden anderen gegenüber aggressiv oder verletzen sich selbst. Sie erleben Wutausbrüche und geraten immer wieder in Krisen, oft ohne es zu wissen. Hinzu kommen Phasen von innerer Leere. Betroffene wissen häufig nicht, wer sie sind oder was sie wollen. Alltagsprobleme erscheinen unüberwindlich, was zu Gefühlen von Hilflosigkeit oder Verzweiflung führen kann. Langfristige berufliche oder persönliche Lebensziele geraten in den Hintergrund.
Häufig geben sich Betroffene selbst die Schuld, was bis hin zu Selbstmordgedanken und konkreten Suizidversuchen führen kann. Das Suizidrisiko bei Menschen mit einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung (auch: Borderline-Persönlichkeitsstörung BPS) ist deutlich erhöht.
Das soziale Umfeld wiederum reagiert auf o.g. Symptome oft mit Unverständnis, Ablehnung oder übertriebener Fürsorge – ein Teufelskreis.
Hauptmerkmal der BPS ist eine plötzliche auftretende innere Anspannung, die sehr unangenehm ist, und sich häufig keinem eindeutigen Gefühl zuordnen lässt. Impulsive und selbstschädigende Verhaltens- weisen sind häufig misslungene Versuche, mit dieser inneren Anspannung umzugehen. In der Therapie lernen die Patienten einen gesünderen Umgang mit ihren Gefühlen und Bedürfnissen, was ihnen helfen kann, ihre langfristigen Lebenszielen zu verfolgen.
Oberstes Ziel ist es, Patienten mit einer BPS bei der Erreichung ihrer individuellen Lebensziele zu unterstützen. In der Regel haben Patienten mit einer BPS die Probleme, unter denen sie leiden, nicht selbst verursacht - müssen sie aber selbst lösen. Dies erfordert, dass sie in vielen Lebensbereichen neues Verhalten lernen müssen. Das ist anstrengend und fordert aktiven Einsatz von den Patienten. Unser Therapeutisches Team unterstützt sie gezielt auf diesem Weg der Veränderung.
„Therapie heißt neue emotionale Reaktionen lernen“ (M. Linehan, Begründerin der DBT)
Das therapeutische Fundament unserer Behandlung bilden die Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) und die Schematherapie nach YOUNG. Beide Behandlungsverfahren sind hinsichtlich ihrer Wirksamkeit bei der Behandlung der BPS (und auch anderen psychischen Störungen, insbesondere Persönlichkeitsstörungen) empirisch belegt.
• Therapievertrag
• Einzeltherapie
• Gruppenschematherapie
• Psychoedukation
• Skilltraining
• Achtsamkeit
• Soziales Kompetenztraining
• Ergo-, Musik- und Kunsttherapie
• Fitness und Entspannung
• Angebote mit der Pflege und der Patientengruppe
• Selbstbeobachtungsprotokoll (Diarycard, Spannungskurve)
• Verhaltensexperimente (in- und extern)
• Medikamentöse Optimierung
• Sozialpädagogisches Beratung
• Entlassmanagement und Rückfallprophylaxe
• Interdisziplinäre Teamarbeit und Supervision
Die Dauer der stationären Behandlung beträgt ca. sechs Wochen.