Gerät die kindliche Seele aus dem Gleichgewicht, kann sich das auf verschiedene Weise äußern: Ängste oder Zwangsstörungen, Aggressionen, Interaktionsschwierigkeiten, aber auch Vermeidungsverhalten, wie z.B. eine Ablehnung des Schulbesuchs, sind typische Indikationen für die Notwendigkeit einer psychiatrischen Behandlung. Ein längerer Klinikaufenthalt erscheint in diesen Situationen häufig nicht hilfreich – teilweise wird er von den Patient:innen oder deren Familien sogar abgelehnt. Um den Kindern und Jugendlichen dennoch helfen zu können, ermöglicht das Team der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Helios Park-Klinikum Leipzig nun auch eine Behandlung, die ausschließlich über Hausbesuche organisiert wird – die sogenannte stationsäquivalente Behandlung (StäB).
Die täglich stattfindenden Hausbesuche dauern jeweils 20 bis 60 Minuten. Wie diese Besuche gestaltet werden, entscheidet das Expert:innen-Team aus Medizinern, Psychologen, Ergotherapeuten und Sozialarbeitern anhand der jeweiligen Patientenhistorie: Während bei manchen das therapeutische Gespräch der beste Weg ist, üben andere mit den Kindern und Jugendlichen, sich schwierigen Situationen zu stellen und geben ihnen das Handwerkszeug für den Umgang mit ihren Ängsten mit. Auch die medikamentöse Einstellung kann ein hilfreicher Weg sein. Während der Therapie stehen die Mitarbeiter:innen des StäB-Teams in kontinuierlichem Austausch mit anderen involvierten Stellen, wie beispielsweise dem Kinderarzt oder -psychologen, der Schule, dem Jugendamt und teilweise auch den behandelnden Ärzten der Eltern.
Neben der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind am Standort Leipzig ebenfalls die Kleinkindbehandlung für Patient:innen unter 6 Jahren, die Transitionspsychiatrie für Patient:innen von 18 bis 25 Jahren und die Suchtklinik (Teen Spirit Island) angesiedelt. Durch die Zusammenarbeit mit diesen Fachbereichen kann das StäB-Team ein breites Spektrum an Therapieangeboten abdecken. Ob die stationsäquivalente Behandlung für eine Familie der richtige Weg ist, entscheidet sie gemeinsam mit dem behandelnden Arzt.