Epilepsie macht Angst – Betroffenen und Angehörigen gleichermaßen. Woher kommt sie? Und: Wie verhalte ich mich richtig im Falle eines Krampfanfalls? Das sind Fragen, die medizinisch inzwischen relativ schnell beantwortet werden können. Dennoch ist das Erlernen des sicheren Umgangs mit der Krankheit ein längerer Prozess, den wir gerne begleiten.
Jedes gesunde Gehirn kann einen epileptischen Anfall entwickeln. Hierbei kommt es zu einem qualitativen Wechsel des Rhythmus des Gehirns, der in eine Bewusstlosigkeit mit Verkrampfungen der Muskulatur münden kann.
Fieber, zu wenig Schlaf oder auch übermäßiger Gebrauch schädlicher Genussmittel (wie zum Beispiel Alkohol) können einen solchen Anfall begünstigen. Entwickeln sich Anfälle wiederholt und auch ohne dass solche Provokationsfaktoren vorliegen, wird von einer Epilepsie gesprochen.
Ursache für diese Anfälle ist eine Veranlagung für Rhythmuswechsel, die entweder genetisch bedingt ist oder Ausdruck einer erworbenen Erkrankung ist. Deshalb beginnt eine Epilepsie besonders häufig in den ersten Lebensjahren (bei Kindern mit Veranlagung) oder jenseits des 60. Lebensjahres (bei älteren Menschen mit erworbenen Hirnerkrankungen).
Epilepsien sind neurologische Erkrankungen mit einem äußerst vielfältigen Erscheinungsbild. Aus diesem Grund sprechen wir in der Regel nicht von der Epilepsie, sondern von den Epilepsien. Je nachdem, welcher Teil des Gehirns von dem Rhythmuswechsel betroffen ist, können Anfälle mit vergleichsweise geringen Symptomen (etwa Kribbeln auf einer Körperseite), mittelschwere Attacken (Sprachstörungen, kurze „seelische Pausen“) oder große Anfälle („Grand mal“, Sturzanfälle) resultieren.
Voraussetzung für eine erfolgreiche Epilepsiebehandlung ist eine ausführliche und sorgfältige Diagnostik. Für diese führen wir neben einer ausführlichen Anamnese und klinischen Untersuchung umfangreiche weitere Tests durch. Besonderen Stellenwert hat das EEG (Elektroenzephalographie), mit dem wir den Rhythmus des Gehirns aufzeichnen und auf Zeichen der Epilepsiebereitschaft hin auswerten.
Ist die Diagnose gestellt, wird in der Regel mit einer medikamentösen Epilepsiebehandlung begonnen. Führt diese nicht zum Erfolg, stehen eine Reihe weiterer Behandlungsmethoden zur Verfügung, die jedoch die medikamentöse Behandlung nicht ohne weiteres ersetzen.